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Gloria bei Rogers, Perls und Ellis

kapinnow

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Teammitglied
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Forumsunterstützer
Heilpraktiker
Standort
Region Heilbronn/Ludwigsburg
Status
HPP
In den 1960er Jahren wurden eine Reihe Videoaufnahmen gemacht, welche die damals vielversprechendsten Therapierichtungen anhand kurzer Sitzungen illustrieren sollten. Man kann sie immer noch anschauen.


Allerdings ist die Qualität teilweise recht dürftig. Es gibt einige Transkriptionen, die übrigens nicht kommerzialisiert werden dürfen und nur für Forschung und Lehre verwendet werden sollen: Gloria and Rogers, Gloria and Perls, Gloria and Ellis. Wenngleich sich das Verständnis der betreffenden Therapierichtungen inzwischen weiterentwicklet hat, ist das Material spannend und lehrreich. Zudem gibt es diverse lesenswerte Untersuchungen dazu, wie z.B. die von Debbie Daniels, die einige interessante, analysiche Deutungen bezogen auf den in Deutschland weniger bekannten Robert Langs gibt, der das sogenannte "adaptive Paradigma der Psychotherapie" begründet hat. Unten aber zunächst die ersten 7 Kommunikationswechsel von Gloria "frei" von mir übersetzt (Verbesserungsvorschläge immer gern).

Man kann aus den unterschiedlichen "Eröffnungen" einige Unterschiede von Klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie und Rational Emotiver Therapie (als Beispiel für die Kognitive Verhaltenstherapie) hinsichtlich Beziehungsaufbau und Themafindung sowie dem jeweiligen Störungskonzept erkennen.

Gloria und RogersGloria und PerlsGloria und Ellis
T1: [T steht als K eintritt.] Guten Morgen. (K: Hello, Dr. Rogers) Ich bin Dr. Rogers, Sie müssen Gloria sein. [Sie schütteln die Hände und setzen sich.]
K1: Ja, das bin ich.
T1: Wir haben ein Gespräch für eine halbe Stunde.
K1: Gerade heraus. Ich fürchte mich.
T1: Hallo, Gloria. Ich bin Dr. Ellis.
K1: Nett Sie kennenzulernen, Dr. Ellis.
T2: Wollen Sie sich setzen? Also dann, wir haben eine halbe Stunde zusammen, und ich weiß wirklich nicht, was wir daraus machen, aber - uh – ich hoffe wir können etwas daraus machen. Ich würde gern erfahren, was Sie bewegt. [T setzt sich nach vorn, K setzt sich zurück, Beine gekreuzt, rechter Arme über die Rückenlehne.]
K2: Ja, momentan bin ich nervös (T: Mhm) aber es fühlt sich angenehmer an, die Art wie Sie sprechen mit gedämpfter Stimme, und ich habe nicht das Gefühl, dass Sie so harsch mit mir umgehen. Aber - uh...
T2: Sie sagen, Sie fürchten sich, aber Sie lächeln. Ich verstehe nicht, wie Sie sich gleichzeitig fürchten und lächeln können.
K2: Und ich bin auch misstrauisch Ihnen gegenüber. Ich denke Sie verstehen das sehr gut, ich denke Sie kennen das [K schnauft.] ...wenn ich mich fürchte, lache ich oder werde kindisch, um mich zu verbergen.
T2: Setzen Sie sich bitte. Also, wollen Sie mir erzählen, was Sie am Meisten bekümmert?
K2: Mhm. Ja. Ich denke die Dinge, über die ich sprechen möchte, haben mit der Anpassung an mein Alleinleben zu tun.
T3: Ich höre ein Zittern in Ihrer Stimme, so dass ich weiß, Sie ... [K lächelt.]
K3: Uh - also, das Wesentliche, das ich mit Ihnen besprechen möchte, ist – uh - ich bin grad frisch geschieden und - uh - ich war schon zuvor in Therapie und ich fühlte mich gut, als ich die verließ, und nun ganz plötzlich ist die größte Veränderung, mich an das Alleinleben anzupassen. (T: Mhm, mhm) Und - uh - eines der Dinge, das mich am meisten bekümmert, sind insbesondere Männer, und Männer im Haus zu haben und wie das Kinder betrifft (T: Mhm, Mhm) und – uh - das größte Ding, das ich möchte – das Ding, das mir immer wieder in den Sinn kommt, das ich Ihnen erzählen möchte, ist, dass ich eine Tochter habe, neun Jahre alt, die zu manchen Zeiten – was ich fühle – eine Menge emotionaler Probleme hat. Ich wünschte ich könnte das Schütteln abstellen [T und C: lachen.]. Und – uh - ich bin mir sehr bewusst über die Dinge, die sie betreffen. Ich will sie nicht aufregen, ich will sie nicht schockieren. Ich wünsche mir nichts mehr - als, dass sie mich akzeptiert. Und wir sind sehr offen miteinander speziell über Sex. Und eines Tages sah sie ein Mädchen, das allein war, aber schwanger, und sie fragte mich "Können Mädchen schwanger werden, wenn Sie allein sind?" Und das Gespräch war gut und war nicht – uh - war völlig ungezwungen mit ihr, bis sie fragte, ob ich je Liebe mit einem Mann gemacht hätte, seit ich ihren Vater verlassen hatte, und ich log sie an. Und seit dieser Zeit, kommt es mir immer wieder in den Sinn, weil ich mich so schuldig fühle, sie belogen zu haben, weil ich nie lüge und ich möchte, dass sie mir vertraut. Und ich wünschte – geradezu brauche, dass Sie mir die Antwort geben. Ich muss wissen, ob sie das schlecht beeinflusst, wenn ich ihr die Wahrheit sage, oder was. (T:Mhm)
T3: Haben Sie Lampenfieber?
K3: Um - ich weiß nicht, ich nehme vor allem Sie wahr. Ich befürchte, Sie werden mich direkt angreifen, so dass Sie mich in eine Ecke drängen, und ich fürchte mich davor. Ich hätte Sie gern mehr auf meiner Seite.
T3: Ah...vor allem Männer, vermute ich.
K3: Tatsächlich, ich - ich weiß nicht, ob ich das Falsche tue, aber ich beziehe mich auf Ihr Buch, weil es das ist, was mich am meisten beeindruckt hat, das HANDBUCH DER INTELLIGENTEN FRAU So gewinne ich den richtigen Mann fürs Leben - so behalte ich ihn für immer.
T4: Und es ist Ihre Sorge über sie und die Tatsache, dass Sie es nicht taten, dass diese offene Beziehung, die zwischen Ihnen bestanden hatte, dass sie fühlen, dass sie verschwunden scheint?
K4: Ja. Ich fühle, ich muss auf der Hut sein wegen dem (T: Mhm), weil ich mich erinnere, als kleines Mädchen, als ich das erste Mal herausgefunden habe, dass mein Vater und meine Mutter Liebe machten, das war dreckig und schrecklich, und ich möchte nicht - ich möchte sie nicht mehr leiden für eine ganze Weile. Und ich möchte Pammy auch nicht belügen und ich weiß nicht, ...
T4: Sie sagen, ich dränge Sie in Ihre Ecke, und Sie legen Ihre Hand auf die Brust.
K4: Uh-huh.
T4: Ja.
K4: Ich versuche dem zu folgen, und ich glaube daran. Deswegen habe ich so große Freude, es zu lesen, obwohl ich keine große Leserin bin. Aber auf eine bestimmte Weise sehe ich es so ähnlich wie Sie. Aber dann habe ich ein Problem in diesem Bereich. Die Männer, die ich - zu denen ich mich hingezogen fühle oder der Typ von Mann, mit dem ich gern näher zusammenkommen würde, mir scheint, den kann ich nicht treffen oder ich werde zu schüchtern oder es ist etwas anderes, aber es klappt nicht oder macht nicht klick. Die Männer, die mit denen ich mich vielleicht dieser Tage verabrede, mag ich nicht, kann ich kaum respektieren. Diejenigen, die ich nicht mag, scheinen wie weggeschnipst und uninteressant. Ich weiß nicht, ob es etwas mit mir zu tun hat oder mit etwas anderem, weil ich wirklich diese Art Männer treffen möchte.
T5: Ich wünschte wohl, ich könnte Ihnen die Antwort geben, was Sie ihr sagen sollen. [T lächelt.]
K5: Ich habe befürchtet, dass Sie das sagen würden [K lacht].
T5: Ist das Ihre Ecke?
K5: Naja, es ist wie - ja, es ist wie, ich habe Furcht, wissen Sie.
T5: Also gut, lassen Sie uns über Ihre Schüchternheit reden. Lassen Sie uns annehmen, Sie treffen jemand, den Sie für geeignet halten. Jemanden, den Sie mögen. Nun, lassen Sie uns sehen, ob wir zur Quelle Ihrer Schüchternheit vordringen können. Das, was Sie sich sagen, um diese zu erzeugen. Sie treffen diesen Mann und Sie fühlen sich schüchtern, verlegen.
K5: Ja, aber meist zeige ich das nicht. Meist reagiere ich schnippisch.
T6: Weil das, was Sie wirklich wollen, ist eine Antwort.
K6: Ich möchte insbesondere wissen, ob es sie betrifft, wenn ich völlig ehrlich und offen mit ihr bin oder ob es sie betrifft, weil ich sie belogen habe. Ich fühle, wie es mich einschnürt, weil ich sie belogen habe. [K verliert die Worte.]
T6: Wohin würden Sie gern gehen? Können Sie die Ecke beschreiben, in die Sie gern gehen würden?
K6: Ja, uhh... zurück in eine Ecke, in der ich völlig geschützt bin.
T6: Ja.
K6: Tatsächlich reagiere ich so, wie ich behandelt werde, ich gebe es zurück. Ich bin nicht sehr intelligent. Ich handele wie eine typische dumme Blondine. Ah - ich bin dann - ich bin nicht ich selbst mit denen. Ich fühle mich sehr unbehaglich.
T7: Mhm. Sie fühlen, sie vemutet es, oder sie könnte wissen, dass etwas nicht richtig ist?
K7: Ich fühle, dass sie über die Zeit ihr Vertrauen verlieren wird, ja. (T: Mhm, mhm). Und ich denke auch, ohje, was, wenn sie etwas älter wird und sich selbst in berührenden Situationen wiederfindet. Sie würde es wahrscheinlich mir gegenüber nicht zugeben, weil sie denkt, ich sei so gut und so süß [K zeigt auf sich.] Und doch befürchte ich, sie könnte denken, ich sei wirklich der Teufel. Und doch wünsche ich mir nichts mehr, als dass sie mich akzeptiert. Und ich habe keine Ahnung, was man einer Neunjährigen zumuten kann.
T7: Brauchen Sie Sicherheit für mich? Von mir?
K7: Naja, ich weiß, das es nicht nötig ist. [K spricht über etwas von T hinweg.] aber es fühlt sicherer an, ja.
T7: Ja. Also, wie Sie wahrscheinlich von meinem „richtigen Mann fürs Leben“ wissen, glaube ich dass Menschen nur Emotionen bekommen, solche wie negative Emotionen und Schüchternheit, Verlegenheit, Scham, weil Sie sich selbst etwas erzählen, etwas in einfachen, erklärenden Sätzen. Lassen Sie uns nun herausfinden, was Sie sich selbst erzählen. Sie treffen dieses Individuum. Also, was denken Sie, sagen Sie zu sich selbst, bevor Sie schnippisch werden?
K7: Ich weiß, was es ist, aber ich bin es nicht. – Ich entspreche nicht seinen Anforderungen. Ich bin nicht genug für ihn. Er ist mir überlegen. Auch wenn ich diesen Typ Mann begehre, fürchte ich, ich werde nichts zu bieten haben, um ihn anzuziehen.
 
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