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Naturheilkunde + HP als Bachelor?

Lalelu444

Themenstarter
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Hallo

Ich habe erfahren, dass die Diploma Naturheilkunde als Bachelor anbietet, wobei man nebenhei noch den Heilpraktiker machen kann und suche nach weiteren Informationen.
Was denkt ihr darüber? Kostet mehr als nur HP Ausbildung, aber vielleicht lernt man dabei noch ein paar andere Sachen. Man kann sich auf europäische Heilverfahren, TCM oder Homöopathie spezialisieren.
Ich finde im Internet kaum bzw. gar keine Erfahrungsberichte oder wie es danach auf dem Arbeitsmarkt aussieht, vermutlich, weil der Studiengang so neu ist.
Deshalb wollte ich es hier mal ansprechen, vielleicht könnt ihr als Experten ja etwas dazu sagen. Mich würde speziell interessieren, ob ihr der Meinung seid, das sich das lohnt gegenüber "nur" HP Ausbildung. Außerdem würde mich interessieren, ob ihr der Ansicht seid, dass sich die Naturheilkunde bzw. Alternative Medizin sich akademisiert. Könnte das dazu führen, dass das irgendwann nicht mehr so belächelt wird?

https://www.diploma.de/fernstudium/bachelor/naturmedizin
 

tigs

Tina
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Die HP-Ausbildung ist dafür da, Dir das schulmedizinische Grundwissen beizubringen, Dich auf die Überprüfung beim GA vorzubereiten (schriftliche und mündliche Überprüfung)
Der obige Link ist das und das zusätzliche Erlernen eines Therapieverfahrens, was jeder Therapeut zusätzlich zur HP-Ausbildung macht.
Ersteres ist die alleinige gesetzliche Grundlage, zweiteres das Handwerkszeug

Mit getrennten Ausbildungen bist Du freier in der Wahl
 

tigs

Tina
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HP
Du schließt einen Vertrag ab für die HP-Ausbildung = Überprüfung beim GA
Bei der Überprüfung werden heute auch Therapien mit abgefragt. Deshalb ist es schon wichtig, dass Du auch Therapie-Ausbildungen hast. Das Spielfeld des HP ist ein sehr großes Feld. In der Regel empfiehlt es sich eine große Ausbildung über 2 oder mehr Jahre mit kleineren Ausbildungen zu kombinieren, selbst wenn später weitere gr. Ausbildungen folgen.
Soweit ich die Seite verstehe, kannst Du zwischen Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin und europäischen Naturheilverfahren aussuchen. Es gibt aber noch viel mehr zB Ayurveda, Osteopathie, biodynamische Craniosacraltherapie, diverse Psychotherapien usw usf

Ich kann von mir nur sagen, dass ich letztlich einen ganz anderen Weg gegangen bin, als ich mir anfangs vorgestellt habe.
Im meiner HP-Schule wurde auch ein Komplett-HP inkl. Homöopathie angeboten und der hatte mich anfangs sehr gereizt. Zum Glück habe ich den Vertrag anders abgeschlossen und war dadurch frei in der Wahl. Ich wohne / lebe im SAL und Grenznähe und habe ebenso Ausbildungen in anderen Städten gemacht. Eine große in Köln und eine im München. Da bin ich dann zu den Wochenendblöcken /-seminaren angereist.
In dem Fall würde ich mich nicht von dem "Bachelor" blenden und angeln lassen. Der HP ist gesetzlich kein Studium und dieser Bachelor ist eine Erfindung dieser Schule, wie so viele andere "Diplome" oder Urkunden. Es sind lediglich schöne Bildchen und soviel wert, wie sie Dir wert sind.
Wie geht dieser Spruch :kopfkratz: "...und prüfe wer sich ewig binde, ob sich nicht was besseres finde...!" ;):LOL:
Ich hoffe Du verstehst den Witz - aber es ist ein Quentchen Wahrheit drin.
 

Lalelu444

Themenstarter
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" Der HP ist gesetzlich kein Studium und dieser Bachelor ist eine Erfindung dieser Schule"

Ich dachte, Bachelor ist Bachelor. Ein internationalanerkannter Basis Studienabschluss. Ich dachte, dass ich es damit vielleicht leichter hätte, wenn ich mal ins Ausland ginge.
 

human nature

Neues Mitglied
Sehr guter Witz. Nicht jeder Studiengang führt in Lohn- und Brot. Heilpraktiker sollst du machen, weil du sonst gar nichts damit machen kannst am Patienten. Deine Chancen auf dem Berufsmarkt sind genauso hoch wie jemand, der sich ein Buch zur Hand nimmt und sein wissen sich selbst aneignet.

Bei jeder "Ausbildung" sollte man sich genau überlegen, wo man genau damit hin will und wer einen dafür bezahlen soll.

Aktuell und auch in naher Zukunft schließe ich eine wissenschaftliche Ausbildung aus. Dafür fehlt in vielen Praktiken die Evidenz.

Sollten dir ein regelmäßiger Einkommen und ein anerkannter staatlicher Abschluss incl. Ausbildung wichtig sein, dann überdenke deine Wahl.
 

tigs

Tina
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Ich dachte, Bachelor ist Bachelor.
Bachelor ist kein geschützter Begriff meines Wissens... geschützt sind einzelne Begriffe zB "Bachelor of science"
Gültig ist der Bachelor nur in Kombination mit der Schule. Ist diese eine Universität oder eine Fachhochschule, so ist der Bachelor so anerkannt wie die Schule. Bei einer privaten Schule ist das nicht gegeben.
Das oben verlinkte Institut hat sich von Hessen (Bundesland) anerkennen lassen und nennt sich deshalb staatlich anerkannt...
Mir bilden sich bei derartigem Auftreten Stirnfalten und das ist für mich eher ein aufgeblasenes Ego, welches nach Menschen sucht, die sich mit Scheinen als besser ansehen wollen
Die Überprüfung beim GA brauchst Du um diagnostizieren und therapieren zu dürfen. Das gilt für Deutschland. Für kein anderes Land.
Die Schweiz hat den diplomierten eidgenössischen Naturheilpraktiker mit 4 verschiedenen Schwerpunkten. Dieser gilt ebenfalls nur in der Schweiz. Als Arzt kann dir selbiges aber auch passieren. Das ist in den meisten Berufen so. Teilweise werden höher qualifizierte Ausbildungen nicht anerkannt. So ist es eben... Wenn Du für das Ausland gerüstet sein willst, dann musst Du schon speziell nach den einzelnen Ländern gucken...
 

Lalelu444

Themenstarter
Neues Mitglied
Bachelor ist ein geschützter Begriff. Bachelor wurde eingeführt um Studien "international" zu machen, also der Abschluß ist überall anerkannt. Nicht so wie bei manchen Ausbildungen. Und das Studium ist Bachelor of Science. Deshalb dachte ich, das könnte eben gut sein, wenn man ins Ausland will, weil man dann was vorzuweisen hat (B.Sc.) womit jeder etwas anfangen kann. Heilpraktiker kennt man in den USA oder anderswo vielleicht gar nicht.
 

Passione

Marta
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Heilpraktiker heißt in den USA Naturopathic doctor und erfordert dort ein zusätzliches 4-jähriges Hochschul-Studium, ganz egal, ob Du in Deutschland schon jahrelang als Heilpraktiker tätig warst. Ähnliches gilt dort auch für medizinische Ärzte, egal, ob sie in Deutschland bereite jahrzehntelang niedergelassen und als Arzt erflolgreich tätig waren, dort jedenfalls müssen sie die Scheine nochmals nachmachen und können nicht so ohne Weiteres eine Praxis eröffnen oder gar als Arzt arbeiten. Das Gleiche gilt für deutsche Krankenschwestern. Müssen auch erstmal klein anfangen, Prüfungen nachmachen um sich dann Krankenschwester nennen und dort auch arbeiten zu dürfen.

Ich habe insgesamt 4 Jahre in den Stasten gelebt und glaube mir, ich weiß, wovon ich spreche. Das Studium zum Naturopathic doctor kostet neben Schweiß und Energie nochmal schlappe 200.000 USD, die Du aus eigener Tasche zahlen darfst.
Also selbst wenn Du Dich dazu entschließt, letztendlich vielleicht doch für Dein Ego und Deine Zukunft ein Medizinstudium auf Dich zu nehmen, so ist damit nicht automatisch der Weg frei, im Ausland ohne weiteres in dem Bereich tätig werden zu können. Andere Länder, andere Regeln und Gesetze!

Was Dir ein bachelor of science ohne jedwede praktische Erfahrung nützen sollte, erschließt sich mir gerade nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:

Lalelu444

Themenstarter
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Der Bachelor ist die Basis Qualifikation um überhaupt anfangen zu dürfen mit irgendeiner Arbeit. Man kann ja Praktika machen und danach erstmal für jemanden arbeiten bevor man selbstständig wird. USA war auch nur ein Beispiel. Ich wollte kediglich wissen, ob ihr meint, so ein Bachelor + HP ist vielleicht besser/breiter gefächert was mögliche Arbeitsplätze angeht, als nur HP. Oder ob das ganze rausgeworfenes Geld ist und ich lieber Gesundheitspsychologie o.ä. studieren sollte. Ich finde den Bereich Naturheilkunde nunmal sehr interessant, aber HP allein war mir zu unsicher, was später Beruf angeht, da man sich da ja praktisch nur selbstständig machen kann.
 

Passione

Marta
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da man sich da ja praktisch nur selbstständig machen kann.
Und was ist da negativ daran? Ich jedenfalls möchte meine Selbstständigkeit nicht missen und würde auch mit keinem Angestellten mehr tauschen wollen. Aber das ist sicher Typsache.

Eine gute Grundausbildung ist jedenfalls immer positiv und auch künftig sehr wichtig, das ist ganz sicher. Warum also nicht gleich einen größeren Sprung und Medizin oder Psychologie als Universitätsstudium machen? Da kannst Du sicher auch sehr gut im Angestelltenverhältnis arbeiten. Hingegen gibt es angestellte Heilpraktiker so gut wie gar nicht.
 

Lalelu444

Themenstarter
Neues Mitglied
Ich finde den Gedanken auch gut, hätte aber gerne mehr Optionen. Ich habe Autismus und weiß nicht, ob ich in der Lage bin, ganz alleine eine Praxis zu managen.
Medizin traue ich mir nicht zu und bei Psychologie interessiert mich nur der klinische Bereich, der im Studium kaum behandelt wird. Und um Psychologischer Psychotherapeut zu werden, muss man danach für 3-5 Jahre und 100.000 die Theraphie Ausbildung machen. Und es fehlt jegliche Naturheilkunde, da müsste man dann danach oder parallel noch was machen.
Ich habe in Sachen Naturheilkunde und "Übersinnlichem Heilen" schon so viel Krasses erlebt, dass ich einfach nicht in die Schulmedizin möchte.

Meine Frage ist leider immer noch nicht richtig beantwortet, ob dieses Studium + HP oder nur HP Ausbildung "besser" ist.
 

Manja

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Du hast alle Aspekte genannt bekommen, die zu nennen waren.
 

tigs

Tina
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Bachelor ist ein geschützter Begriff.
Tagesanzeiger: Ist Bachelor ein amtlich geschützter Titel?
wenn es Dir wichtig ist, das genau zu erfahren, dann wirst Du einen Rechtanwalt beauftragen müssen. Ansonsten würde ich dem Tagesanzeiger folgen...
Ich habe in Sachen Naturheilkunde und "Übersinnlichem Heilen" schon so viel Krasses erlebt, dass ich einfach nicht in die Schulmedizin möchte.
da geht es mir genauso und ich kann Dich vollends verstehen. Als alleinerziehende Mutter weiß ich auch um die Unsicherheit in der ausschließlichen Selbstständigkeit und habe diese letztlich so gelöst, dass ich halbtags in meinem "alten" Beruf arbeite und die andere Zeit als HP.
Als HP möchte ich aber nicht angestellt arbeiten, denn ich genieße und benötige den Freiraum in der Therapie frei entscheiden zu können. In meiner Angestelltentätigkeit (Architektur) habe ich als Chefs vom "Kontrollfreak - der nichts aus der Hand gibt", bis zum "Chef - der mir freie Hand lies", alles erlebt. In dem Bereich finde ich das vollkommen ok. In der Therapie geht das für mich nicht.
Für mich ist meine Frage nicht beantwortet worden.
Ja, das fühle ich...
Ich kann Dir sagen, dass Dir alle gesetzlichen Rahmenbedingungen genannt sind.
Das Ergebnis findest Du unbefriedigend, denn weder Dein Bedürfnis auf Flexibilität (freie Wahl im Ausland tätig zu werden, wo auch immer) noch Dein Bedürfnis nach Sicherheit (Angestellt, Ausbildung ist überall anerkannt) ist erfüllt.
Manja antwortete Dir im Rahmen der Gesetzgebung. Dahingehend sind alle Fragen, die wir hier beantworten können, beantwortet worden. Für mehr Antworten musst Du konkret werden und notfalls einen Anwalt beauftragen.
Ich möchte Dich dennoch hier nicht so gefühlt im Regen stehen lassen und gehe deshalb auf Deinen Post ein
Ich habe Autismus und weiß nicht, ob ich in der Lage bin, ganz alleine eine Praxis zu managen.
es gibt auch die Möglichkeit, dass Du dir dafür Hilfe holst = jmd. anstellst
Medizin traue ich mir nicht zu und bei Psychologie interessiert mich nur der klinische Bereich, der im Studium kaum behandelt wird.
- warum traust Du dir Medizin nicht zu? gucke da mal hin
- soweit ich Dich verstehe, geht es Dir um Abschlüsse und Diplome und dafür wäre dann das Psychologiestudium und die Therapieausbildungen kommen hinterher
Und um Psychologischer Psychotherapeut zu werden, muss man danach für 3-5 Jahre und 100.000 die Theraphie Ausbildung machen.
nun ja, wenn ich bei mir die Jahre der Ausbildungen zusammenzähle, kommt da auch einiges zustande...
Meinst Du mit 100.000 = 100.000 Menschen = Konkurrenz
oder 100.000 für die Kosten (so teuer ist es dann doch nicht, es sei denn Du rechnest über 3-5 Jahre auch den Verdienstausfall mit, weil Du nicht gearbeitet hast /konntest)
Konkurrenz hast Du überall
Ausbildungen kosten Zeit und Geld. Diese können aber verschachtelt werden = in gewissem Maße parallel laufen
Und es fehlt jegliche Naturheilkunde, da müsste man dann danach oder parallel noch was machen.
Das war für mich der Grund für den HP ohne Einschränkung mit Psychotherapieverfahren

Ich würde Dir empfehlen entweder Deine Posts hier mit Abstand zu lesen und reinzuspüren wo Deine Trigger, Ängste und Bedürfnisse sind die dahinterstecken oder Dir jmd. zu suchen, der Dich dahingehend coached. Das kann sehr hilfreich sein und es bietet sich Dir hier in dem Theme eine große Chance mehr über Dich zu erfahren.

Viel Glück.
 

Polaris

Aktives Mitglied
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HPA
Moin @Lalelu444

Ich habe bei vielen Überlegungen in einer persönlichen Extremsituation letztes Jahr, als ich nochmals über vieles reflektieren musste, wie es weitergeht bei mir, diesen Bachelor der Diploma ebenso entdeckt und kann Dir sagen: vergiss es. Ich wusste echt nicht, ob ich lachen oder heulen sollte, als ich das fand.

Ich muss allerdings Dir erst mal zugestehen. Für jemanden, der sich mit der HP-Situation in Deutschland und gerne auch Europa nicht tiefgehend auseinandergesetzt hat, vielleicht auch weil er gar nicht weiss, wo die Fussangeln sind, ist mir durchaus nachvollziehbar, dass "es" lockt.

Ich finde es von der Diploma sehr ärmlich, dass eher beiläufig als ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass Dir dieses Studium wenig bis nichts nutzt, wenn Du die Amtsärztliche Überprüfung nicht bestehst. Und die bestehst Du nicht, weil Du mit dem Bachelor winkst. Das sind zwei völlig voneinander getrennte Vorgänge. Es ist völlig egal, wie Du das Wissen in Dich bringst und wieviele grandiose Ausbildungen jemand bringt - ohne bestandene Amtsärztliche Überprüfung wirst Du niemals als Heilpraktiker arbeiten.

Mir war es zu blöd, dem bei Diploma zuständigen Menschen die kritische Frage zu stellen, mit welchen Firmen sie den kooperieren, um ausbildungswilligen Menschen die Illusion von Stellen-Perspektiven bei naturheilkundlichen Firmen in Aussicht zu stellen. Ich möchte die Firmen sehen, die mit diesem Bachelor was anfangen können. Glaub mir: ich habe mich die letzten 3 Jahre mit vielen Möglichkeiten in Sachen Studium als Alternative zum Heilpraktiker befasst und nicht einen sinnvollen Bachelor-Studiengang gefunden, der wirklich naturheilkundlich ausgerichtet ist. Welcher Personalverantwortliche soll diesen Bachelor der Diploma also plötzlich kennen. Und ein Bachelor bringt Dir nicht die gerade in der Heilkunde viel wichtigeren praktischen Alltagshintergrund.

Schau: ich arbeite seit vielen Jahren in der Pflege am Bett bei schwerstkranken Menschen. Da wird es schnell klar. Eine Pflegekraft nützt auf Station durch praktische Berufskenntnisse und zusammenhängendes TheorieWissen, was an der Praxis orientiert ist. Würdest Du sagen, dass eine Krankenschwester besser gerüstet ist, weil Sie ein Studium weg hat. Nix gegen Duale Studiengänge mit evidenz-orientierten Inhalten. Aber nicht jeder will eine Station leiten und ich habe genug Kollegen erlebt, die in Leitende Positionen gingen mit Fortbildungen, die auch wissenschaftsorientierte Inhalte hatten und sehr unglücklich wurden. Sie verstanden irgendwann, dass Menschen Wesen sind und Statistiken Zahlen und nicht ein einziger leidender Mensch in irgendeine Zahlenreihe passt. Nicht wenige haben teure Fortbildungen und gut bezahlte Jobs verlassen und sind zurück gegangen auf Station oder sind zerbrochen, krank geworden und aus dem Job ausgeschieden, weil sie die Kurve nicht mehr bekamen.

Der einzige wirkliche schlaue Bachelor ist aus meiner Sicht, der Bachelor in Osteopathie. Der verbindet automatisch Mensch, Wissenschaftlichkeit und Praxis. Doch selbst da, ist ein Deutscher Bachelor Osteopathie selbst in der Schweiz (mein Heimatland) nicht einfach so verwertbar, da die Schweizer Krankenkasse andere Forderungen haben als Berechtigung mit der Kasse abzurechnen als Deutsche.

Ich rate Dir dringend, Dich von dieser Idee "mit einem Bachelor kann ich auf dem internationalen Arbeitsmarkt" automatisch was anfangen nicht zu doll verleiten zu lassen. Ich habe mich sogar mit dem B.Sc. und M.Sc.Psychologie befasst und festgestellt, selbst in der Schweiz hätte ich damit dann nicht automatisch alles, um eine therapeutische Kassenzulassung zu bekommen, weil das Schweizer Gesundheitssystem nun mal gänzlich anders organisiert ist. Selbst wie Du ja zu erkennen gibst, weisst, ist es in Deutschland mit einem M.Sc.Psych nicht getan und selbst nach einer teuren Therapieverfahren-Ausbildung in den Richtlinienverfahren rechnest Du erst mit der Kasse ab, wenn Du auch noch einen Kassensitz teuer erworben hast, da diese ja Mangelware sind. Weisst Du, Evidenz ist so ein Zauberwort, was glaube ich gerne Leute lockt, die den Hang haben, seriös und wissenschaftlich arbeiten zu wollen.

Schau Dich hier im Forum mit offenem und interessiertem Geist um. Nutz die Suchfunktion und ich empfehle Dir reihenweise tolle Beiträge gerade von @Henry.H und @RWH die einem wirklich die Augen öffnen bezüglich dem Heilpraktikerwesen und auch dem Weg bis zur eigenen Praxis, aber auch vielen fundierten beruflichen Überlegungen.

Wenn Du wirklich in die heilkundlichen Praxis willst, dann nützt Dir primär nicht ein Studium und das Interesse am Fachlichen, sondern der verdammte Wille, sich täglich mit schwerkranken Menschen, die selber zahlen, von innen heraus zu beschäftigen. Wenn Du Dich darauf nicht einlassen kannst und einen zu blumigen Traum von einer Heilpraktiker-Tätigkeit hast, wird es sehr schwer bis unmöglich. Du musst es zudem wirklich auch wollen und ertragen können, dass Du trotz allem Mitgefühl mit Patienten für Dich selbst irgendwo auch knallhart betriebswirtschaftlich denken kannst. Daran scheitern Frauen eher als Männer - davor schützt Dich kein Studium, keine bestandene Amtsärztliche Überprüfung und auch keine tolle Praxisausstattung. Das hat was mit Dir selbst und der Entwicklung Deiner zukünftigen Persönlichkeit zu tun.

So. Ich hoffe, bei den durchaus guten Vorredner-Beiträgen ergänzend in die Presche gesprungen zu sein und Deine Fragen an Stellen beantwortet zu haben, wo die anderen, Dich vielleicht nicht ganz "getroffen" haben.
 
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