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Neue Leitlinien für die mündliche HPP-Überprüfung

Dieses Thema im Forum "HPA's der Psychotherapie" wurde erstellt von cebel, 18. Juni 2018.

  1. cebel

    cebel Neues Mitglied

    Registriert seit:
    3. April 2018
    Hallo zusammen,

    ich würde mich sehr über aktuelle Informationen zu den neuen Prüfungsinhalten /geänderten Prüfungsleitlinien freuen.
    Vor allem über den Punkt des Nachweises von Therapieausbildung, sowie den (neuen) praktischen Teil in der mündlichen Überprüfung in dem wohl, so ich gelesen habe, eine Therapiesimulation durgeführt werden soll.

    Vielleicht sind ja schon irgendwo die mündlichen Prüfungen gelaufen. Dann wäre natürlich ein Protokoll oder kleiner Bericht super.

    Ich bin gespannt - viele Grüße
     
  2. Henry.H

    Henry.H HPP + Hypnotherapeut Heilpraktiker Forumsunterstützer

    Registriert seit:
    21. März 2014
    Status:
    HPP
    Hallo,
    es können keine Überprüfungen, weder schriftlich noch mündlich, nach den neuen Leitlinien gelaufen sein, weil die erst ab der Oktoberüberprüfung 2018 gelten.

    Übrigens, ich erhielt vor ein paar Tagen die Info, dass das GA Friedberg im Oktober noch nach alter Vorgehensweise prüfen will, weil sie (bzw. vermutlich Hessen) mit der Umsetzung der neuen Leitlinien nicht zeitnah fertig geworden sind.
     
  3. tigs

    tigs Tina Mitarbeiter Heilpraktiker Forumsunterstützer

    Registriert seit:
    17. Dezember 2012
    Status:
    HP
    Ich habe in einem anderen thread gelesen, dass Du am 11.7. Deine mündliche Überrpüfung hast. Dort schreibst Du, dass Du keine Ausbildung in einem Therapieverfahren besitzt.

    Das ist nunmal jetzt Fakt.

    Mein Tipp: such Dir jmd. der zB. in klientenzentrierter Gesprächstherapie n. Rogers ausbildet und mache ein Intensivtraining mit Supervision idealerweise mit Videodokumentation.
    Gehe provokativ an die Sache heran. Es ist wie es ist. Geld in eine Intensivschulung n. Rogers zu investieren ist kein herausgeschmissenes Geld. Das ist immer gut angelegt und bedenke, wenn Du die Prüfung wiederholtst, bist Du noch mehr Geld los.
    Du hast noch 3 Wochen Zeit. Nutze sie!
     
  4. cebel

    cebel Neues Mitglied

    Registriert seit:
    3. April 2018
    Hallo Tina,

    VIELEN DANK für die Antwort und den sicherlich guten Tipp. Aus verschiedenen Gründen bringe ich das aber leider nicht mehr unter, selbst wenn ich auf die schnelle ein solches Intensivtraining finden würde. Aber wie du schreibst ist es Fakt. Mit ein bisschen Glück wird die Änderung ja bei dieser Prüfung noch nicht in vollem Umfang umgesetzt.
    Rein formell wäre es die erste mündliche Prüfung, bei der die Neuregelung greift (Inkrafttreten am 22.3.18), soweit ich informiert bin.

    Also werde ich optimistisch bleiben und auf das Wohlwollen der Prüfer hoffen. Auch unter dem Aspekt, dass ich vor allem im Bereich der Entspannungsverfahren, wie AT und PMR arbeiten will.

    Ich bin allerdings für alle weitern Infos zum Thema sehr dankbar.

    Viele Grüße
     
  5. Henry.H

    Henry.H HPP + Hypnotherapeut Heilpraktiker Forumsunterstützer

    Registriert seit:
    21. März 2014
    Status:
    HPP
    Das ist eben nicht richtig und ein weit verbreiteter Irrtum. Du hast die Überprüfung am 21. März 2018 begonnen und somit gelten die neuen Leitlinien für diese nicht. Dabei ist es unerheblich, wann Du die mündliche Überprüfung zu der schriftlichen Überprüfung ablegst. Diese ist dem Überprüfungstermin 21. März 2018 zugehörig.
     
    tigs gefällt das.
  6. Henry.H

    Henry.H HPP + Hypnotherapeut Heilpraktiker Forumsunterstützer

    Registriert seit:
    21. März 2014
    Status:
    HPP
    In der Vergangenheit herrschte bei den Gesundheitsämtern, die Voraussetzung betreffend erlernter Verfahren bereits formulierten (beispielsweise Karlsruhe), die Ansicht, dass die erlernten Verfahren eine hohe Indikationsbreite haben müssen.
    Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie nach Rogers genügt diesen Ansprüchen nicht.

    Um den Ansprüchen der Prüfer gerecht zu werden empfehle ich, Verhaltenstherapie zu erlernen. Diese bietet diese hohe Indikationsbreite und ist ein etabliertes, standardisiertes Verfahren.

    Die neuen Leitlinien bieten einen breiten Spielraum für Interpretationen. So ist auch von der möglichen Einbeziehung alternativer Verfahren die Rede. Die Zukunft wird zeigen, inwieweit dies tatsächlich in der Praxis der mündlichen Überprüfungen Berücksichtigung findet.

    In der Vergangenheit haben viele Amtsärzte aus der gesetzlich vorgesehenen Gefahrenabwehrprüfung eine kleine Fachprüfung nach medizinischen bzw. psychotherapeutischen Standards gemacht. Es galten lediglich die Ansichten, die aus deren Sicht etabliert sind. Dort und zu dieser Stunde sind die Amtsärzte kleine Herrgötter. Sie von ihrer eigenen Meinung abzubringen und dennoch die Überprüfung zu bestehen, wird kaum möglich sein. Im Nachhinein vor Gericht etwas anderes zu erstreiten ist eher sinnlos.
    Später in der eigenen Praxis kann man immer noch von seiner Therapiefreiheit Gebrauch machen.
     
  7. tigs

    tigs Tina Mitarbeiter Heilpraktiker Forumsunterstützer

    Registriert seit:
    17. Dezember 2012
    Status:
    HP
    dieser Tipp war (aus meiner Sicht) alleine aufgrund der kurzen Zeit gegeben, denn mehr ist in 3 Wochen wohl kaum möglich. In dem anderen thread habe ich mehr dazu geschrieben
     
  8. cebel

    cebel Neues Mitglied

    Registriert seit:
    3. April 2018
    Nochmals vielen Dank an Tina und Henry.H für die Ausführungen und Tipps.

    Meine letzte Info zum Thema:
    Ich habe heute morgen von einem niedersächsischen Gesundheitsamt (nicht Bremen, da ich die Sachbearbeiterin bereits ausreichend genervt habe....) explizit erklärt bekommen, dass die neue Leitlinie verpflichtend für alle Gesundheitsämter bereits jetzt greifen muss, da die Leitlinie am 23.3.18 rechtskräftig in Kraft getreten ist. DAS sagt nur das Gesundheitsamt. Ich will damit nicht klugscheis..., sondern wollte die Info nur als amtliche Aussage mal hier eingestellt haben.

    Ich erkläre meine diesbezügliche Recherche für mich nun auch als beendet und nutze die verbleibende Zeit lieber für meine Vorbereitung. Schlichtweg, weil mir dies zielführender erscheint.
    Meine (selbstgemachte) Sorge versuche ich mit der Vermutung etwas einzudämmen, dass es in dieser, anstehenden mündlichen Überprüfung noch eher kulant zugehen und man die Veränderungen erst Zug um Zug umsetzen wird.

    Nach meiner Prüfung berichte ich gerne über den tatsächlichen Verlauf und das Ergebnis.


    Allen einen sonnigen Tag!
    ...und viele Grüße.
     
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  9. kapinnow

    kapinnow Moderator Mitarbeiter Moderator Heilpraktiker Forumsunterstützer

    Registriert seit:
    23. August 2007
    Status:
    HPP
    Hallo zusammen,

    es ist interessant, was grad in Sachen Bewertung von Verfahren passiert (vgl. https://koerperpsychotherapie-dgk.de/wp-content/uploads/GwG-PM_Kritik_am_Gutachten_zur_HPT.pdf und dort verlinkte Dokumente). Aber selbst der Wissenschaftliche Beirat meint: "Es lässt sich ein relativ breites Spektrum von Anwendungsbereichen identifizieren, in denen die Humanistische Psychotherapie zur Behandlung von Störungen eingesetzt wird." (http://www.wbpsychotherapie.de/downloads/Gutachten-HPT.pdf). Das widerspricht etwas dieser Aussage:
    und ich bin gespannt, was da noch kommt.

    Fakt ist allerdings auch, dass manche Meinungen unabhängig von wissenschaftlichen Fakten einfach so stehen bleiben und die Erwartungen von einzelnen in der Prüfung ein großes Gewicht haben. Darauf muss man wohl gefasst sein, wobei zumindest was das GA Heilbronn angeht, sich ein etwas anderes - praxisnahes - Verständnis durchgesetzt hat, das auch den Nutzen und die Berechtigung alternativer Vefahren würdigt, soweit sie zum Nutzen der Patienten angewendet werden können und die Abgrenzung bzw. ggf. Notwendigkeit zur Übergabe in andere Verfahren gut verstanden wird. Den veränderten rechtlichen Rahmen, der vielmehr die HP als HPP trifft, findet ihr übrigens unter BAnz AT 22.12.2017 B5: https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet?page.navid=official_starttoofficial_print&genericsearch_param.edition=BAnz+AT+22.12.2017

    Spannend ist, wie das von den Gesundheitsämtern verstanden wird. Schaut z.B. mal hier: https://www.landkreis-heilbronn.de/info-psycho-14doc-pdf.2722.htm. Da heißt es:
    Das bedeutet nicht, dass man dieses Programm selbst komplett durchlaufen hat, obwohl das natürlich vorteilhaft ist.

    Liebe Grüße, Kai
     
  10. tigs

    tigs Tina Mitarbeiter Heilpraktiker Forumsunterstützer

    Registriert seit:
    17. Dezember 2012
    Status:
    HP
    sorry... aber der trifft auch den sektoralen HP = HPP und HPPT
    ...den sogar besonders, denn
    BAnz AT 22.12.2017 B5:
    Unterscheiden kann ich nur, wenn ich Wissen über beide Bereiche habe!
     
  11. tigs

    tigs Tina Mitarbeiter Heilpraktiker Forumsunterstützer

    Registriert seit:
    17. Dezember 2012
    Status:
    HP
    Finde ich echt super. Gehörte alles auch in meine Ausbildung in Gestalttherapie.
    ...eine Variante der Humanistischen Psychotherapie!
    Jedoch:
    PRESSEMITTEILUNG Massive Kritik am Gutachten zur Humanistischen Psychotherapie
    Da der HP/HPP nicht die gleiche Anerkennung hat wie der Psychologische Psychotherapeut wüsste ich nicht, was dagegen spricht, Therapieverfahren der Humanistischen Psychotherapie unter Punkt 6 zu fassen, denn unabhängig von der (auf wirtschaftlicher Betrachtung basierten) Einschätzung der WBP haben die Verfahren ein breites Indikationsfeld.
    Die Frage ist und bleibt, wie die einzelnen GÄ das interpretieren...

    Dennoch bzw. insbesondere fände ich es traurig, wenn sich alle HPP auf die "anerkannten" Verfahren stürzen, denn letztlich bedeutet unsere fehlende Kassenzulassung auch, dass wir mehr Freiheit in der Therapie haben und nicht nur, dass wir nicht vom Gesundheitssystem getragen werden.
    Etwas anderes ist es, wenn die Patienten aufgrund der hohen Wartezeiten die Behandlung beim HPP von der GKV bezahlt bekommen. Dann sind sicher nur die Verfahren anzuwenden die anderkannt und zugelassen sind.
     
  12. Henry.H

    Henry.H HPP + Hypnotherapeut Heilpraktiker Forumsunterstützer

    Registriert seit:
    21. März 2014
    Status:
    HPP
    Ich kann da keinerlei Widerspruch entdecken.

    Du beziehst Dich auf die humanistische Psychotherapie, also einen Oberbegriff, der die Anwendung vieler Verfahren aus dem Bereich der humanistischen Psychotherapie zusammenfasst.
    Ich bezog mich ausschließlich auf die Gesprächspsychotherapie nach Rogers, die hier zur Diskussion stand.

    Die Gesprächspsychotherapie nach Rogers ist laut dem Gutachten jedoch lediglich einer von 10 therapeutischen Ansätzen der humanistischen Psychotherapie, auf die Du Dich beziehst.

    Aus dem Gutachten:
    In der Summe all dieser Ansätze ergibt sich für die humanistische Psychotherapie das „relativ breite Spektrum von Anwendungsbereichen“. Wenn man sich das Gutachten jedoch mal genauer anschaut, dann ist die Anzahl der Indikationen für die Gesprächspsychotherapie nach Rogers nicht besonders groß.

    Von einem breiten „Indikationsspektrum für Psychotherapie“ kann daher für die Gesprächspsychotherapie nach Rogers, so wie ich es auch schrieb, nicht gesprochen werden.

    @kapinnow
    übrigens: danke für den Link zur Kritik, den kannte ich noch nicht.
     
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  13. kapinnow

    kapinnow Moderator Mitarbeiter Moderator Heilpraktiker Forumsunterstützer

    Registriert seit:
    23. August 2007
    Status:
    HPP
    Also so schlecht steht es um die Gesprächspsychotherapie nicht (vgl. http://www.wbpsychotherapie.de/page.asp?his=0.113.116.118). Und man muss bei der Betrachtung auch klar die sogenannte Versorgungsrelevanz der Themen beachten. Seit 2002 ist die GPT als wirksam anerkannt für die beiden im Bereich der Erwachsenen als entscheident geltenden Indikationen "Affektive Störungen (F3); einschließlich F94.1; F53" sowie "Angststörungen und Zwangsstörungen (F40-F42; F93 und F94.0)". Darüber hinaus gilt sie als wirksam bei "Anpassungs- und Belastungsstörungen (F43)" sowie dem Thema "Psychische und soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten (F54)". Vom Nutzen hinsichtlich Beziehungsgestaltung in Kombination mit anderen Therapieverfahren mal ganz abgesehen.

    Die Regeln zur Anerkennung sind übrigens hinsichtlich unterstützer Verfahren recht klar (vgl. http://www.wbpsychotherapie.de/page.asp?his=0.87). Dazu anbei eine kleine Tabelle, aus der sich auch hübsche Prüfungsfragen ableiten lassen (zwinker).
     

    Anhänge:

  14. kapinnow

    kapinnow Moderator Mitarbeiter Moderator Heilpraktiker Forumsunterstützer

    Registriert seit:
    23. August 2007
    Status:
    HPP
    Was wen wie betrifft, wird sich zeigen. Du hast, recht, Tina, dass ich da nur mutmaßen kann.
    Allerdings möchte ich näher erläutern, wie ich zu meiner Einschätzung gekommen bin, ohne jetzt einen Sturm loszubrechen. Interessant an den Leitlinien (mal abgesehen von der bundesweiten Vereinheitlichung, die jedoch immer noch ergänzende Regelung der Länder nicht ausschließt) ist, dass nun ausdrücklich Arztvorbehalte in der heilpraktischen Tätigkeit zu beachten sind und dass es auch einer Überprüfung "einer der späteren Tätigkeit entsprechenden Demonstration von Fertigkeiten in der praktischen Anwendung" bedarf. Später heißt es dort, dass die antragstellende Person "einen Behandlungsvorschlag herleitet, der keine Gefährung der Patientengesundheit erwarten läßt". Weiter wird ausdrücklich der kompetente Umgang mit "alternativen Therapieformen" gefordert, wenn diese als Behandlungsvorschlag gewählt werden.

    Bisher wurde die Thematik alternativer Heilmethoden manchenorts eher nachgeordnet betrachtet und nur allgemeine Fähigkeiten der Diagnostik (inkl. Blutabnahme und Hygiene-Regeln) praktisch überprüft. Das dürfte sich nun ändern. Es wird vielleicht nicht mehr reichen, eine kompetente Differentialdiagnose zu liefern. Vermutlich dürfte das Ziel sein, herauszufinden, wer ggf. potentiell eher gefährdende Krebsbehandlungen anbieten will oder anderen problematischen Heilphantasien nachgehen wird. Die Motivation hierzu hat die Presse in der Vorgeschichte zur neuen Leitlinie mit dem Aufdecken einiger kritischer Fälle geliefert. Wahrscheinlich wird das neue Vorgehen in der Überprüfung für beide Seiten eine Gradwanderung.

    Bei der HPP-Überprüfung wurde zumindest in Heilbronn bisher schon nach den beschriebenen Grundsätzen überprüft und die persönlich favorisierte und ggf. alternative Therapiemethode sehr fair ins Visier genommen. Insofern ändert sich dort bzgl. HPP wohl eher weniger.
     
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  15. tigs

    tigs Tina Mitarbeiter Heilpraktiker Forumsunterstützer

    Registriert seit:
    17. Dezember 2012
    Status:
    HP
    Das finde ich persönlich auch richtig und wichtig. Der HP wurde bisher in SB auch schon so überprüft - also hinsichtlich der anzuwendenden Therapie.
     
  16. cebel

    cebel Neues Mitglied

    Registriert seit:
    3. April 2018

    NACH DER PRÜFUNG.

    Ich habe bestanden - die Aufregung war umsonst und ich bin froh.
     
    dpleiss, Sternlein1972 und Henry.H gefällt das.
  17. tigs

    tigs Tina Mitarbeiter Heilpraktiker Forumsunterstützer

    Registriert seit:
    17. Dezember 2012
    Status:
    HP
    dann herzlichen Glückwunsch.
    Du kannst Deine Urkunde (sobald sie Dir vorliegt) einscannen und @Jochen Pippir schicken/mailen. Dann bekommst Du Zugang zu dem Schatz dieses Forums, den Fallbesprechungen / internen Bereich.
     
    Henry.H und Jochen Pippir gefällt das.

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